Wissenswertes über Zecken

Es ist Zeckenzeit. Wie können Sie Ihre Tiere schützen? Welche Gefahren bestehen?

Der Frühling ist in Sicht und mit ihm kommen wieder die unliebsamen Mitbewohner unserer Haustiere: Flöhe und Zecken.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassungder Krankheiten, die von Zecken übertragen werden.

 Ehrlichiose und Anaplasmose

E. canis wird übertragen von der braunen Hundezecke, die überwiegend im Mittelmeerraum vorkommt.

Anaplasma phagozytophila (ehemals Ehrlichia genannt) wird übertragen vom Holzbock, der bei uns überwiegend in Wäldern vorkommt.

Viele gesunde Hunde können durch Immunabwehr mit der Ehrlichiose/Anaplasmose selbst fertig werden, so daß keine Krankheitsanzeichen bemerkt werden. Immungeschwächte Tiere erkranken mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit,  Leber- und Milzschwellung, Erniedrigung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen. Evtl. kann es auch zu nervösen Störungen durch Blutungen in den Hirnhäuten kommen sowie zu Blutungen in alle Gelenke….

Wenn die Erkrankung im akuten Stadium festgestellt wird, kann sie mit Antibiotika bekämpft werden. In chronischen Fällen ist eine vollständige Heilung meist nicht möglich.

Babesiose

Ursprünglich kam diese Erkrankung nur als Reisekrankheit als „Mitbringsel“ aus Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Ungarn vor. Durch den Reiseverkehr wurde sie bei uns eingeschleppt und kommt nun unter anderem entlang des Rheingrabens, in München, Regensburg und Saarbrücken nachgewiesenerweise in der Zeckenart „Dermacentor“ = Auwaldzecke vor.

Diese Zecken lebt, wie der Name schon sagt, in Feuchtgebieten, Mooren, Flußtälern und Überschwemmungsgebieten.

Die Babesiose tritt vor allem in den Monaten Februar-April und September-November auf. Typische Krankheitsanzeichen sind hohes Fieber, rotbrauner Urin, Leber- und Milzschwellung und Gelbsucht. Leider kommt es in letzter Zeit immer häufiger zu Erkrankungsfällen, die nicht diese typischen Symptome zeigen. Meist sind die Tiere nur  schlapp und haben wechselnd hohes Fieber. Unbehandelt führt sie zum Tod durch Auflösung der roten Blutkörperchen. ACHTUNG: Wegen des rotbraunen Urins wird diese Erkrankung auch leicht mit einer Blasenentzündung verwechselt.

Es gibt eine Impfung, die aber in Deutschland bislang nicht zugelassen ist.

Borreliose

Diese von Zecken übertragene Erkrankung wird oft überbewertet, da viele Tiere und Menschen bereits mit dem Erreger Kontakt hatten ohne zu erkranken und damit im Bluttest einen positivem Titer aufweisen. Ein positiver Titer bedeutet also nicht automatisch, daß das Tier auch erkrankt ist. Nur wenn die Krankheitsanzeichen und der Titer zusammen passen, kann von einem Ausbruch der Borreliose ausgegangen werden.

Es gibt sehr viele Arten von Borrelien. In Europa haben wir überwiegend Borrelia burgdorferi sensu lato mit den Untergruppen sensu stricto, valaistan und garinii und afzelii. Sie wird von der Zecke „Ixodes ricinus“ = Gemeiner Holzbock übertragen.

Die Symptome können sehr vielfältig sein.

 sensu stricto: Gelenksentzündungen, Wanderröte (Roter Ring um die Bißstelle)

garinii: Befall des Nervensystems

afzelii: Hautprobleme

Beim Menschen herrschen die Symptome in den Gelenken vor, beim Hund haben wir Symptome im Bewegungsapparat, Nervensystem, Herz und Haut.

Die Borreliose kann antibiotisch behandelt werden.

Am wichtigsten ist jedoch die Vorbeugung:

Gegen Borreliose existiert eine Impfung für Hunde, die aber leider nicht unumstritten ist. Bitte lassen Sie sich dahingehend von Ihrem Tierarzt beraten. Da die Zecken erst durch Stimulierung bei der Blutmahlzeit in der Lage sind, die Krankheitserreger zu übertragen (nach 24 bis 48 Stunden), ist eine möglichst frühzeitige Entfernung der Zecke am wichtigsten.

Weitere Erkrankungen, die aber bei unseren Haustieren eher selten vorkommen:

Hepatozoonose

kommt in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Wir nicht durch das Saugen der Zecke übertragen, sondern durch das Zerbeißen und Auffressen der Zecke.

Über den Darm gelangt der Erreger in den Blutkreislauf, von dort in Milz, Leber, Knochenmark, Nieren und Lymphknoten.

Es kommt zu Fieber, Appetitlosigkeit, Lymphknotenvergrößerung, blutiger Durchfall. Meist sterben die Hunde an Organversagen.

FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis=Hirnhautentzündung)

Übertragen durch den Holzbock ist sie eher ein Problem für den Mensch. Hier gibt es auch eine Impfung.

Hunde sind nur wenig empfänglich. Die Erkrankung kommt nur in Einzelfällen vor in Form von neurologischen Störungen mit Todesfolge.

Es gibt Labors, die eingeschickte Zecken auf Krankheitserreger untersuchen. Außerdem gibt es mittlerweile auch Schnelltests für Zuhause, mit dem Sie selbst die Zecken auf Borrelioseerreger testen können. Fragen Sie im Bedarfsfall Ihren Arzt oder Tierarzt.

Vorbeugend gegen Zeckenbefall können auch verschiedene beim Tierarzt erhältlich Mittel eingesetzt werden. Hausmittel wie Knoblauch und Zitronenöl u./o. Lavendelöl zeigen nach eigener Erfahrung beim eigenen Hund leider keinerlei Wirkung. Lassen Sie sich bei Ihrem Haustierarzt beraten, welches Mittel für Ihr Tier das am besten geeignetste ist.

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